Optimierte Papierentsorgung – Bürgerunfreundlich?

Wer kennt das nicht – große Kartons passen nicht in die Papiertonne oder die Tone ist wieder einmal so vollgepfropft, dass die vielen Zeitungen und Pappen nur gebündelt neben die Tonne gelegt werden können. Das alles soll im kommenden Jahr vorbei sein. So jedenfalls hat dies die politische Mehrheit aus CDU, SPD und Grünen in der AWR und im Kreis für das gesamte Kreisgebiet beschlossen.

Mit Einführung der Papiertonne im Jahr 2006 wurde die Sammlung von gebündelten Kartons und Papier zugelassen. Hierfür muss ein Mitarbeiter auf dem ansonsten automatisch arbeitenden Abfuhrfahrzeug mitfahren. Dessen Kosten sollen nun eingespart werden. Dies führt aber dazu, dass der Bürger und die Bürgerin große Kartons entweder mit einem Messer zerschneiden müssen oder diese mit einem Auto zu einem Recyclinghof bringen müssen. Das ist weder kunden- noch umweltfreundlich. Man denke nur an die alten oder behinderte Menschen, die nicht die Kraft haben, Kartonagen zu zerkleinern oder auch kein Auto zur Verfügung haben, um sich der Pappen beim Recyclinghof zu entledigen – von den überfüllten Papiertonnen ganz zu schweigen. Da zu erwarten ist, dass immer mehr Waren im Internet bestellt werden, muss von einem zunehmenden Pappen-  und Papieraufkommen gerechnet werden. Die Mehrkosten für diesen bürgerfreundlichen Service würden sich auf 50 Cent pro Einwohner im Kreis belaufen. Diese Preiserhöhung der Abfallgebühren würden die Bürger sicher gerne tragen wenn sie nicht die zukünftig eitretenden Unbequemlichkeiten bei der Papierentsorgung in Kauf nehmen müssten. Die Abschaffung der Bündelsammlung, gegen die die FDP – Kreistagsfraktion im zuständigen Fachausschuss des Kreises gestimmt hat, ist somit ausgesprochen kurzsichtig.